Epochen des Tango

Alles im Tango ist umstritten. Es gibt keinen Tango-Grundschritt - es gibt einen Grundschritt. Es gibt Tangotanzepochen. Einige sagen man kann acht Tango-Tanzepochen unterscheiden.  Andere bestreiten dies energisch. Und beweisen lässt sich nichts, denn alles stützt sich nur auf mündlich überlieferte Aussagen, deren Erzähler meist nicht mehr leben. Also muss man sich fragen: was ist Legende, was ist Wahrheit, was ist Politik?
 
Bis 1920: Es beherrschten abrupte Stopps und Posen, so genannten cortes und quebradas, sowie rhythmische Fußwechsel das Bild des Tangotanzes.

Motive: Eine aufrechte Tanzhaltung wird modern. Die Tango-Tänzer beginnen, Motive mit ihren Füßen auf den Boden zu zeichnen. Ein Beispiel ist der ocho.

Die 1930er Jahre: Frauen fangen in den 50er Jahren des vorletzten Jahrhunderts damit an, dreidimensionale Figuren zu tanzen, beispielsweise den gancho, den Beinhaken. Das wird möglich, weil sich kürzere Röcke bei den Frauen durchsetzen.

Die 1940er Jahre: Das Tangotanzen wird in den 1940er Jahren zu einem Phänomen der Massen. Die Tanzflächen sind überfüllt, man muss darauf achten, sich nicht gegenseitig auf die Tangoschuhe zu treten. Die Platz sparende Drehung ist die Folge dieser Epoche. Diese Art des Tangotanzes ist auch die Grundlage des heute getanzten Tangos.

Die 1950er Jahre: Der Tango gerät in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre in eine Krise. Die Hauptstadt Buenos Aires kehrt ihm den Rücken und er muss sich in die Vororte der Stadt zurückziehen. Dort entwickeln sich selbständige Stilformen.

Die 1960er Jahre: Der Tango wird aus dem gesellschaftlichen Leben ausgestoßen. Die neue Form des Bühnentango entwickelt sich im Laufe der 1970er Jahre und überholt den Solotango. Dieser wird vom Bühnentango stark beeinflusst.

1983: In Paris wird die Show „Tango Argentino“ aufgeführt. Das ist der Beginn einer Tango-Welle, die sich über ganz Europa ausbreitet.

Die 1990er Jahre: Der Tango wird zum Modetanz. Es werden neue Formen kreiert, alte Rituale werden nicht mehr gepflegt.