Pilgern heute

Das Abenteuer des Mittelalters, das Pilgern nach Santiago de Compostela,zum Grab des heiligen Apostels Jakobus ist in der Gegenwart neu geboren worden. Das Wort pilgern kommt von dem lateinischen Wort peregrinus. Und das bedeutet "fremd" und "in der Fremde sein Heil suchen". Gerade viele junge Menschen machen sich heute auf den Weg, um ihr inneres Heil auf dem Weg zum Apostel Jakobus ins Santiago zu suchen. Es sind nicht mehr die Motive des Mittelalters, die die Pilger heute nach Santiago treiben. Buße, Reue und Sündenvergebung stehen nicht mehr im Vordergrund. Oft suchen die Menschen eine Auszeit vom Alltag, um zur Ruhe, zu sich selbst zu finden. Viele aber reizt auch die wunderschöne Landschaft, die historischen Bauten oder das Abenteuer. Viele Pilger antworten auf die Frage nach dem Grund für ihrer Pilgerschaft, dass die spirituelle Energie heiliger Orte oder die Suche nach einem göttlichen Zeichen sei.
Heute pilgert jeder in jedem Alter und aus jeder Berufsgruppe: Studenten, Rentner, Arbeiter, Bauern, Geschäftsführer, Priester und Beamte. Und nicht nur aus Europa kommen die Pilger. Auch aus Südamerika, Japanaer, Koreaner und Neuseeländer und aus vielen anderen Nationen kommen begeisterte Menschen, die den Jakobsweg begehen.
Die Pilger heute spüren vielerorts noch den Zauber der jahrhundertealtern Route, bestaunen die alten Klöster und Hospize, die Kirchen und Kathedralen des Mittelalters.

Sie tauchen ein in die sonst vergessene Zeit und fühlen sich wie Wanderer durch alte Zeiten. Die Pilger verlassen ihren Alltag, legen die gewohnten Strukturen beiseite und konzentrieren sich jeden Tag auf den Weg und das Ziel. Sie erleben sich selbst in einer ungewohnten, fremden Umgebung. Das macht den Blick frei, lenkt ihn nach innen, zum eigenen Selbst. Und es werden immer mehr Menschen, die den sprituellen Weg nach Santiago gehen. Im Heiligen Jahr 2010 werden es über 200.000 Pilger sein, die Santiago des Compostela aus eigener Muskelkraft erreichen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Um die begehrte Compostela, die Pilgerurkunde vom Pilgerbüro in Santiago zu erhalten, muss man als Fußpilger wenigstens die letzten 100 Kilometer nach Santiago zu Fuß zurück gelegt haben, als Pilger mit dem Fahrrad wenigstens die letzten 200 Kilometer. Als Nachweis dient der Pilgerausweis, den man in den Pilgerherbergen, Pfarrhäusern oder Gemeindeämtern abstempeln läßt.