Das Parana Delta

Parana Delta - Naherholung für Buenos Aires

Nur 40 Kilometer von der Metropole Buenos Aires mit ihren 13 Millionen Einwohnern entfernt liegt das Paraná Delta. Der Rió Paraná mündet in den Rió de la Plata und bildet eines der größten Süßwasserdeltas der Welt. Es ist das Naherholungsgebiet von Buenos Aires. Jedes Wochenende strömen die Bewohner der argentinischen Hauptstadt per Zug bis Tigre. Die Züge verkehren im 30 Minutentakt. In Tigre beginnt der Einstieg in das Delta. Tigre war früher ein Badeort der oberen Gesellschaftsschicht, heute findet man dort Souvenirgeschäfte und einen Vergnügungspark mit Achterbahn und Riesenrad.
Vom Zug steigt man nun in die Wassertaxen und Flussbusse um, es sei denn, man verfügt über eigenes Boot. Dann steuert man zunächst auf eine der guarderías zu, den Parkhäusern für Motorboote. Sie erstrecken sich über mehrere Stockwerke und beherbergen bis zu 2500 Booten.  Die Fahrt führt vorbei an Ferienhäusern, Restaurants, Ruderclubs und sogar an Sandstränden, künstlich angelegte.
Das Flussdelta ist in drei Abschnitte unterteilt. Die Primera Sección ist am besten erschlossen und hier tummeln sich die meisten Ausflügler und Besucher. Das wahre Delta beginnt aber erst ein bis zwei Bootsstunden von Tigre entfernt. Dort beginnt die Welt der weißen Reiher, der Sumpfhirsche und Wasserschlangen, der Schwertlilien, aber auch der Moskitos.
Das Wasser des Paraná ist braun, denn der aus Brasilien kommende Fluß trägt enorme Massen an Lehm und Schlamm mit sich. Das Delta beginnt etwa 100 Kilometer bevor der Paraná mit dem Río Uruguay den breiten Río de la Plata bildet. Die Flussarme, die die subtropische Pflanzenwelt durchziehen, sind nicht gezählt. Sie bilden ein Labyrinth aus Wasser und Inseln. Die Primera Sección hingegen wartet mit schwimmenden Supermärkten und Pizzaservices auf.
Es gibt aber auch Menschen, die im Delta abseits des Tourismus arbeiten, denn dort wird Holz aus Weiden und Pappeln gewonnen. Und Bananen werden dort angebaut.