Feuerland - der Süden Patagoniens

Die Welt ist nicht groß. Und wer ihr Ende sucht, der soll sich auf nach dem Süden Patagoniens machen, nach Feuerland.

Feuerland - Tierra del Fuego - Ferdinand Magellan, der portugiesische Entdecker, sah bei seiner Umsegelung der Südspitze Amerikas - im Jahre 1520 - Feuer an den Ufern dieses unbekannten Landes brennen. Er wußte nicht, dass es die Eingeborenen, die Yamana, waren, die diese Feuer als Schutz gegen die Kälte entzündet hatten. Der Name Feuerland ist geblieben, die Yamana nicht. 1884 erreichte die argentinische Regierung im heutigen Ushuaia einen Flottenstützpunkt. Die Folge für die etwa 1000 Indianer: sie starben an eingeschleppten Krankheiten wie Typhus oder Masern.

Argentiniens Ruta Nacional 3 entdet nach 3000 Kilometern von Buenos Aires, der argentinischen Hauptstadt, in Feuerland. Tierra del Fuego ist der spanische Name von Feuerland. Der Beaglekanal trennt das das argentinische und chilenische Festland von den Inselgruppen, die in Kap Horn enden.

Die Ruta Nacional 3 ist die einzige asphaltierte Straße, die durch Feuerland führt. Von ihr zweigen von Zeit zu Zeit Schotterpisten ab, die jeweils zu einer der Estancias führen, die hier angesiedelt sind.

Ushuaia - südlichste Stadt der Welt

Ushuaia in Argentinien ist die südlichste Stadt der Welt. Sie ist nicht gerade klein, zählt heute an die 60.000 Einwohner. Der Grund für das Bevölkerungswachstum dieser vor 30 Jahren nur etwa ein Zehntel großen Stadt ist in dem Konflikt Argentiniens mit Chile um die Gebietshoheit über drei kleine Inseln im Beaglekanal zu suchen: von Ushuaia ließen Argentinien und Chile ihre Kriegsschiffe auffahren. Es kam nicht zum Krieg. Papst Johannes Paul II konnten den Konflikt gütlich lösen. In der Folge förderte die argentinische Regierung die Besiedlung des argentinischen Südens, denn damals lebte nur etwa 20.000 Menschen in Feuerland. Heute sind es 120.000.

Welches Bild bietet Ushuaia dem Besucher?

Das Zentrum der Stadt bildet die Calle San Martín, benannt nach dem argentinischen Freiheitshelden José de San Martin, der Argentinien vom Joch der Kolonialmacht Spanien (er)löste. Dort findet man alles, was das Touristenherz begehrt: Hotels, Reisebüros, Einkaufsgeschäfte, Internetcafés, Restaurants.

Ushuaia ist einer der drei Städte der argentinischen Provinz Feuerland. Die beiden anderen sind Río Grande und Tolhuin. Tolhuin liegt etwa auf halber Strecke zwischen Río Grande und Ushuaia. Daneben gibt es - sieht man es verwaltungstechnisch - 62 Estancias. Weitere menschliche Niederlassungen, etwa kleine Ortschaften, existieren hier nicht.

El Presidio

El Presidio ist die argentinische Antwort auf das russische Archipel Gulag, eine Gefängnisinsel vor den Toren Ushuaias. Heute kann man das ehemalige Gefängnis, das die Heimat von Schwerverbrechern war, besichtigen. So war hier beispielsweise Simon Radowitzky inhaftiert, der 1909 auf den Polizeichef von Buenos Aires einen tödlichen Sprengstoffanschlag verübte. Er war der einzige, der memals aus El Presidion fliehen konnte. Man fing ihn jedoch wieder ein. Wer heute hier im Gefängnis sitzt, kann sich Cocktails von Damen servieren lassen, die in gelb-schwarz gestreifter Gefängniskluft ihren Dienst absolvieren.

Estancia - Leben in der Einsamkeit

Schafe, Schafe, Schafe, damit verdienen viele der Estancieros ihr Geld. Die Wolle der Schafe ist das weiße Gold der Feuerländer. Eine Estancia erreicht hier locker die Größe von 50.000 Hektar Land.

Die Arbeit auf eine Estancia ist nicht leicht. Vor allem gilt es, mit der Einsamkeit fertig zu werden. Doch die Menschen und Landarbeiter sind daran gewöhnt. Sie vermissen nichts. Sie leben in ihrer Welt, wie es alle Menschen tun.

Kap Hoorn

Kap Hoorn ist der südlichste Punkt des amerikanischen Doppelkontinents. Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan war es nicht, der das Kap Hoorn erstmals umsegelte. Vielmehr war es angelblich der Niederländer Willem Cornelisz Schouten am 29. Januar 1616. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass der Engländer Sir Francis Drake schon 30 Jahre früher um das Kap umsegelt hat. Das Kap ist gefürchetet ob seiner heftigen Stürme und Unwetter. Viele Seefahrer haben bei dem Versuch seiner Umseglung ihr Leben verloren.

Heute ist es relativ einfach auf den Spuren der ersten Seefahrer zu wandeln und das Kap Hoorn zu umrunden, auch wenn es stürmisch ist, der Regen vom Himmel stürzt und der Wind mit Orkanstärke pfeift - mit einem Kreuzfahrtschiff. Von dort kann man auch mit einem Schauchboot das Kap mit eigenen Füßen betreten.

Die Yamana

Die Yamana waren die Ureinwohner Feuerlands, deren Lagerfeuer einst Ferdinand Magellan bei der Umfahrung Südamerikas beobachtete. Heute sind die Ymana ausgestorben, oder so gut wie. Von den Neusiedlern eingeschleppte Krankheiten haben sie dahinsiechen lassen. Der birtische Missionar Thomas Bridges fertigte gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts ein Wörterbuch der Yamana-Sprache an. Es umfaßt ein Vokabular von 32.000 Worten. Heute kann man dieses Wörterbuch in harberton, der einstigen Missionarstation Bridges bewundern.